Ackerschachtelhalm

von Reiner Semmel

Der Ackerschachtelhalm ist eine traditionelle Heilpflanze. Ihre Wirkung geht vor allem auf die enthaltene Kieselsäure sowie natürliche Flavonoide und Mineralien zurück.

Verbreitung und Bedeutung

Schachtelhalme gehören zur Gruppe der Farne. Der Ackerschachtelhalm ist eine in Europa weit verbreitete Pflanze, die vor allem auf Äckern, Wiesen und manchmal auch als unerwünschtes Beikraut in Gärten wächst. Schon in der Antike kam sie als Heilpflanze zum Einsatz. Heute sind Präparate aus Ackerschachtelhalm vor allem wegen des hohen Gehalts an Kieselsäure beliebt.

Inhaltsstoffe

Der Ackerschachtelhalm enthält eine Vielzahl verschiedener Wirkstoffe. Dadurch ist er vielseitig einsetzbar. Zu den wichtigsten gehören:

Alle Teile des Ackerschachtelhalms enthalten zwischen fünf und zehn Prozent Kieselsäure. Der Gehalt an Flavonoiden liegt bei etwa einem Prozent. Die sonstigen Bestandteile unterscheiden sich je nach Pflanzenteil.

Wirkung als Heilkraut

Der Ackerschachtelhalm wird vielfältig als Heilkraut eingesetzt. Grundlage für seine Wirkung sind die zahlreichen enthaltenen Pflanzenstoffe und deren natürliche Wirkung im menschlichen Körper. Die große Menge an enthaltener Kieselsäure machte die Pflanze schon früh zu einem effektiven Blutstiller. Die Wirkstoffe sind aber auch harntreibend, entzündungshemmend und stimulieren das Immunsystem. Noch heute ist Ackerschachtelhalm Bestandteil vieler Kräuterpräparate zur Unterstützung des Körpers bei Erkrankungen wie Rheuma, Gicht, Nieren- oder Blasenleiden.

Sportler schätzen den Ackerschachtelhalm vor allem wegen der enthaltenen Kieselsäure. Diese liefert Silicium und somit einen wichtigen Bestandteil des Bindegewebes. Im Gegensatz zu anderen Lieferanten von Kieselsäure ist sie im Ackerschachtelhalm nicht an andere Moleküle gebunden, sondern frei verfügbar. Der Körper kann sie im Darm daher deutlich besser absorbieren als Kieselsäure aus anderen Quellen.

Silicium sorgt dafür, dass die kollagenen Fasern des Bindegewebes verstärkt gebildet und besser miteinander vernetzt werden. Daraus resultiert eine erhöhte Elastizität und Belastbarkeit von Bändern, Sehnen, Knorpeln und anderen Bindegewebsstrukturen. Diese stabilisierende Wirkung ist vor allem bei hohen Trainingsumfängen und langen Läufen von Vorteil.

Aufgrund der vielen enthaltenen Radikalfänger ist der Extrakt des Ackerschachtelhalms außerdem eine gute Quelle für natürliche Antioxidantien. Diese können den oxidativen Stress der Zellen reduzieren und dadurch die Regeneration unterstützen.

Nebenwirkungen

Bei der Einnahme des Ackerschachtelhalms sind keine Nebenwirkungen bekannt. Einige Forscher raten jedoch dazu, Folgendes zu beachten:

  • Dauerhafte Einnahme erhöht den Bedarf an Vitamin B1.
  • Er darf nicht mit anderen entwässernden Wirkstoffen kombiniert werden.
  • Er darf nicht mit lithiumhaltigen Medikamenten kombiniert werden.

Aufgrund seines natürlichen Nikotin-Gehalts ist der Ackerschachtelhalm außerdem weder für Schwangere noch für stillende Mütter geeignet. Ehemalige Raucher sollten ebenfalls vorsichtig sein und die Einnahme bedenken.

Dosierung und Einnahme

Ackerschachtelhalm wird sowohl als Trockenextrakt in Kapselform als auch als Tee angeboten. Die Pflanze selbst ist nahezu geschmacklos. Ragnar et al. (2010) weisen jedoch darauf hin, dass die Menge an Kieselsäure in einem normalen Tee-Aufguss eher gering ist. Daher scheinen sich für Sportler, die diesen Wirkstoff für sich nutzen wollen, vor allem Kapseln mit Extrakt zu eignen.

Außerdem sollte man niemals selbst gesammelten Ackerschachtelhalm verwenden. Dieser kann nur zu leicht mit dem unbekömmlichen Sumpf-Schachtelhalm verwechselt werden. Außerdem neigen die Pflanzen dazu, Schwermetalle auf dem Boden aufzunehmen. Daher sind Präparate aus kontrolliertem Anbau vorzuziehen.

Literatur

  • Alexandru, V.; Gaspar, A.; Toma, A.; Tatia, R.; Gille, E. (2015): Phenolic content, antioxidant activity and effect on collagen synthesis of a traditional wound healing polyherbal formula. In: Studia Universitatis Vasile Goldis Arad, Seria Stiintele Vietii 25 (1), S. 41–46
  • Al-Snafi, Ali Esmail (2017): The pharmacology of Equisetum arvense-A review. In: IOSR Journal of Pharmacy 7 (2), S. 31–42
  • Biesalski, Hans-Konrad; Grimm, Peter; Nowitzki-Grimm, Susanne (2007): Taschenatlas der Ernährung. 4., überarb. und erw. Aufl. Stuttgart: Thieme
  • Ragnar; Thingstad; Paulsen (2010): Horsetail (Equisetum spp,) as a Source of Silicon Supplement in Human Nutrition—A Myth? In: Journal of Herbs, Spices & Medicinal Plants 16 (2), S. 119–125. DOI: 10.1080/10496475.2010.504405
  • Willig, Hans-Peter: Acker-Schachtelhalm. Online verfügbar unter www.biologie-seite.de/Biologie/Acker-Schachtelhalm, zuletzt geprüft am 23.09.2020

Bildnachweis

  • goldbany - stock.adobe.com

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