Ackerschachtelhalm

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Albert Sauter

Der Ackerschachtelhalm ist eine traditionelle Heilpflanze. Ihre Wirkung geht vor allem auf die enthaltene Kieselsäure sowie natürliche Flavonoide und Mineralien zurück.

Ackerschachtelhalm - Heilpflanze

Verbreitung und Bedeutung

Schachtelhalme gehören zur Gruppe der Farne. Der Ackerschachtelhalm ist eine in Europa weit verbreitete Pflanze. Sie wächst vor allem auf Äckern, Wiesen und manchmal auch als unerwünschtes Beikraut in Gärten. Schon in der Antike kam sie als Heilpflanze zum Einsatz. Heute sind Präparate aus Ackerschachtelhalm vor allem wegen des hohen Gehalts an Kieselsäure beliebt.

Inhaltsstoffe

Der Ackerschachtelhalm enthält eine Vielzahl verschiedener Wirkstoffe. Dadurch ist er vielseitig einsetzbar. Zu den wichtigsten gehören:

Alle Teile des Ackerschachtelhalms enthalten zwischen fünf und zehn Prozent Kieselsäure. Der Gehalt an Flavonoiden liegt bei etwa einem Prozent. Die sonstigen Bestandteile unterscheiden sich je nach Pflanzenteil.

Wirkung als Heilkraut

Der Ackerschachtelhalm wird vielfältig als Heilkraut eingesetzt. Grundlage für seine Wirkung sind die zahlreichen enthaltenen Pflanzenstoffe und deren natürliche Wirkung im menschlichen Körper. Die große Menge an enthaltener Kieselsäure machte die Pflanze schon früh zu einem effektiven Blutstiller. Die Wirkstoffe sind aber auch harntreibend, entzündungshemmend und stimulieren das Immunsystem. Noch heute ist Ackerschachtelhalm Bestandteil vieler Kräuterpräparate zur Unterstützung des Körpers bei Erkrankungen wie Rheuma, Gicht, Nieren- oder Blasenleiden.

Sportler schätzen den Ackerschachtelhalm vor allem wegen der enthaltenen Kieselsäure. Diese liefert Silicium und somit einen wichtigen Bestandteil des Bindegewebes. Im Gegensatz zu anderen Lieferanten von Kieselsäure ist sie im Ackerschachtelhalm nicht an andere Moleküle gebunden, sondern frei verfügbar. Der Körper kann sie im Darm daher deutlich besser absorbieren als Kieselsäure aus anderen Quellen.

Silicium sorgt dafür, dass die kollagenen Fasern des Bindegewebes verstärkt gebildet und besser miteinander vernetzt werden. Daraus resultiert eine erhöhte Elastizität und Belastbarkeit von Bändern, Sehnen, Knorpeln und anderen Bindegewebsstrukturen. Diese stabilisierende Wirkung ist vor allem bei hohen Trainingsumfängen und langen Läufen von Vorteil.

Aufgrund der vielen enthaltenen Radikalfänger ist der Extrakt des Ackerschachtelhalms außerdem eine gute Quelle für natürliche Antioxidantien. Diese können den oxidativen Stress der Zellen reduzieren und dadurch die Regeneration unterstützen.

Nebenwirkungen

Bei der Einnahme des Ackerschachtelhalms sind keine Nebenwirkungen bekannt. Einige Forscher raten jedoch dazu, Folgendes zu beachten:

  • Dauerhafte Einnahme erhöht den Bedarf an Vitamin B1.
  • Er darf nicht mit anderen entwässernden Wirkstoffen kombiniert werden.
  • Er darf nicht mit lithiumhaltigen Medikamenten kombiniert werden.

Aufgrund seines natürlichen Nikotin-Gehalts ist der Ackerschachtelhalm außerdem weder für Schwangere noch für stillende Mütter geeignet. Ehemalige Raucher sollten ebenfalls vorsichtig sein und die Einnahme bedenken.

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Dosierung und Einnahme

Ackerschachtelhalm wird sowohl als Trockenextrakt in Kapselform als auch als Tee angeboten. Die Pflanze selbst ist nahezu geschmacklos. Ragnar et al. (2010) weisen jedoch darauf hin, dass die Menge an Kieselsäure in einem normalen Tee-Aufguss eher gering ist. Daher scheinen sich für Sportler, die diesen Wirkstoff für sich nutzen wollen, vor allem Kapseln mit Extrakt zu eignen.

Außerdem sollte man niemals selbst gesammelten Ackerschachtelhalm verwenden. Dieser kann nur zu leicht mit dem unbekömmlichen Sumpf-Schachtelhalm verwechselt werden. Außerdem neigen die Pflanzen dazu, Schwermetalle auf dem Boden aufzunehmen. Daher sind Präparate aus kontrolliertem Anbau vorzuziehen.

Botanik des Ackerschachtelhalms

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Namen

Stammpflanze: Equisetum arvense L. [Fam. Equisetaceae/Schachtelhalmgewächse]; Ackerschachtelhalm; Synonyme: Allosites arvense BRONGN., Equisetum boreale (L.) BÖRNER. / Bandwisch, Katzenschwanz, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schachtelhalm, Schafheu, Schafstroh, Scheuergras, Zinngras.

EQUISETUM ARVENSE L. Schachtelhalmgewächse, EQUISETACEAE.

Volksnamen: Fegekraut, Katzenschwanz, Pferdeschwanz, Schaftelen, Scheuergras, Zinnkraut.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das Kraut vom Ackerschachtelhalm.

Drogenbezeichnung: Schachtelhalmkraut = EQUISETI HERBA (früher: HERBA EQUISETI).

Botanik

Im zeitigen Frühjahr treiben der Ackerschachtelhalm aus einem Wurzelstock, der verzeweigt waagrecht im Boden liegt, braune Sporentriebe mit endständiger Sporenähre an die Oberfläche. Einige Wochen später werden die unfruchtbaren grünen Triebe ausgebildet. Sie bestehen aus einem Stengel, der 20 bis 30 cm hoch werden kann und in Quirlen angeordnete Seitenäste trägt.

Diese grünen Triebe sind die Droge Equiseti herba. Andere – giftige – Schachtelhalmarten unterscheiden sich vom Ackerschachtelhalm durch fruchtbare grüne Triebe, die enständig die Sporenöhre tragen. Bis zum Frühsommer sind diese Sporenähren meist erkennbar.

Ackerschachtelhalm darf nur bei genauer Kenntnis auch der giftigen Schachtelhalmarten selbst gesammelt werden (Bestimmungsbuch zu Rate zeihen).

Der Ackerschachtelhalm ist auf Ackerland als lästiges Unkraut weit verbreitet. Aber auch Wiesenränder, Ödland, Grabenränder und Böschungen besiedelt er gern, wenn nur der Boden feucht und lehmig ist.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe)

Der Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense), auch Zinnkraut, Acker-Zinnkraut, Katzenwedel, Schaftheu, Pfannebutzer oder Scheuerkraut genannt, ist eine mehrjährige Pflanze aus der Abteilung der Schachtelhalme (Equisetophyta). Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Ackerschachtelhalms sind Kieselsäure (bis zu 10%), Kaliumsalze, Flavonoide und Saponiene.

Beschreibung

Die Pflanze wird überirdisch 10 bis 50 cm hoch und treibt zähe Wurzeln weit verzweigend unter der Erdoberfläche tief in den Boden. Sie blüht nicht, sondern vermehrt sich durch Bildung von Sporen. Im Frühling bildet sie hellbraune bis rötliche Sporentriebe, die einem Pferdeschweif nicht unähnlich sehen, daher der lateinische Name der Pflanze. Einige Wochen später wachsen daraus unfruchtbare grüne Sommertriebe, deren Gestalt an kleine Nadelbäume erinnert. Die Blütezeit ist also von Mai bis Juni.

Ausdauernde Pflanze, die ein bis in 2 m Tiefe reichendes Wurzelsystem aufweist und deren oberirdische Teile zum Ende der Vegetationsperiode absterben. Mit fertilen und sterilen Sprossen, die nie gleichzeitig erscheinen und sich erheblich voneinander unterscheiden.

Fertile Sprosse unverzweigt, hellbraun bis rötlich, mit charakteristischen bräunlichen, zapfenförmigen Sporophyllständen, in denen die schildförmigen Sporophylle quirlförmig angeordnet sind. Blattscheiden bis 2 cm lang, etwas aufgeblasen und glockenförmig.

Die sterilen Sprosse sind grün, innen hohl, außen etwas rau und mit durchschnittlich 9 bis 13 erhabenen Längsrippen. Sie setzen sich zusammen aus ca. 2 bis 6 cm langen, durch Knoten getrennten Abschnitten, die von trockenhäutigen Blattscheiden umhüllt werden. Das unterste Internodium jedes Seitenzweiges ist länger als die zugehörige Blattscheide am Hauptspross. Die Seitenzweige sind etwa 1 mm dick, markhaltig meist vierkantig geflügelt.

Verbreitung

Beheimatet ist der Ackerschachtelhalm auf der gesamten Nordhalbkugel. Auf Ackerland ist er als lästiges Unkraut weit verbreitet. Aber auch Wiesenränder, Ödland, Grabenränder und Böschungen besiedelt er gern, wenn nur der Boden feucht und lehmig ist.

Literatur

  • Alexandru, V.; Gaspar, A.; Toma, A.; Tatia, R.; Gille, E. (2015): Phenolic content, antioxidant activity and effect on collagen synthesis of a traditional wound healing polyherbal formula. In: Studia Universitatis Vasile Goldis Arad, Seria Stiintele Vietii 25 (1), S. 41–46
  • Al-Snafi, Ali Esmail (2017): The pharmacology of Equisetum arvense-A review. In: IOSR Journal of Pharmacy 7 (2), S. 31–42
  • Biesalski, Hans-Konrad; Grimm, Peter; Nowitzki-Grimm, Susanne (2007): Taschenatlas der Ernährung. 4., überarb. und erw. Aufl. Stuttgart: Thieme
  • Ragnar; Thingstad; Paulsen (2010): Horsetail (Equisetum spp,) as a Source of Silicon Supplement in Human Nutrition—A Myth? In: Journal of Herbs, Spices & Medicinal Plants 16 (2), S. 119–125. DOI: 10.1080/10496475.2010.504405
  • Willig, Hans-Peter: Acker-Schachtelhalm. Online verfügbar unter www.biologie-seite.de/Biologie/Acker-Schachtelhalm, zuletzt geprüft am 23.09.2020
  • Pahlow, M. (1999), Das große Buch der Heilpflanzen : Gesund durch die Heilkräfte der Natur, ISBN 3-8289-1839-5, Augsburg: Bechtermünz
  • Schöpke, T. (2000), Equiseti herba - Schachtelhalmkraut DAB 1999, in: Kleines Arzneipflanzenlexikon – Register, von Priv.-Doz. Dr. Thomas Schöpke, Institut für Pharmazie, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Stand: 25. April 2000,  http://pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de/systematik/6_droge/equise-h.htm (abgerufen am 25.01.2007)

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