Kollagen, kollagene Fasern, kollagene Aminosäuren

von Sibylle Sauter

Kollagene sind Eiweiße, die aufgrund ihrer extremen Zugfestigkeit für die Formbeständigkeit und Festigkeit von Knochen, Knorpeln, Bandscheiben, Sehnen und Haut sorgen. Kollagenbildende Aminosäuren sind in u.a. in Fleisch, Eiern, Milchprodukten, Gelatine und Hülsenfrüchten enthalten.

 

Kollagen ist eines der längsten Proteine (1000 Aminosäurereste), das man kennt. Es besteht aus drei Aminosäureketten, die eng miteinander verschlungen sind und so ein extrem zugfestes Kabel bilden. Kollagene können das 10 000fache ihres eigenen Gewichtes tragen. Wird Kollagen erhitzt, löst sich die Helixstruktur auf und es entsteht lösliche Gelatine.

Nahezu ein Drittel der Proteine im menschlichen Organismus sind Kollagene. Sie bewirken die Festigkeit und Formbeständigkeit der organischen Grundsubstanzen (z.B. Knochen, Knorpel, Sehnen, Bandscheiben, Haut und Herzklappen). Kollagen besteht hauptsächlich aus den Aminosäuren Glycin, Alanin, Prolin und Hydroxyprolin, während die essenziellen Aminosäuren Tryptophan und Tyrosin fehlen bzw. in nur geringen Mangen enthalten sind. Kollagen weist dadurch nur eine geringe biologische Wertigkeit auf (1, S. 107 und 112).

Kollagen kommt hauptsächlich in Knochen und Fleisch vor. Gute Quellen für kollagenbildende Aminosäuren sind vor allem die tierischen Lebensmittel (Gelatine, Fleisch, Milchprodukte und Eier), aber auch pflanzliche Produkte wie Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Soja), Hafer und Weizenkeime tragen zur Versorgung bei (2, S. 81).

In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass eine Nahrungsergänzung mit kollagenen Aminosäuren zu einer vermehrten Kollagenbildung in den Knorpelzellen, zu einer höheren Belastbarkeit arthrotischer Gelenke und zu einer verbesserten Gelenk-Beweglichkeit führt (3, S.2).

Als Nahrungsergänzungsmittel hat sich Kollagen-Hydrolysat als effektiver im Vergleich zur Einnahme von Gelatine erwiesen. Kollagen wird hierbei durch Enzyme und Wassereinlagerung in kleinere Aminosäurensegmente (Peptide) gespalten (hydrolysiert). Diese Kollagenfragmente passieren die Darmwand unverändert und gelangen nachweislich in das Knorpelgewebe. Gelatine wird dagegen im Darm zu einzelnen Aminosäuren abgebaut und resorbiert (3, S.2).


Literatur:

1) Schlieper, Cornelia, Grundfragen der Ernährung, Dr. Felix Büchner Verlag, Hamburg, 18. Auflage, 2005
2) Feil, Wolfgang u.a., Body-Coach, Haug Verlag, Stuttgart, 2006
3) Fachinformation des Herstellers Ultra Sports, Ultra Protect - Die Komplett- Lösung bei allen Sehnen- und Gelenkproblemen - auch bei Arthrose und Arthritis