Übersäuerung, muskuläre

von Reiner Semmel

Muskeln fangen an zu übersäuern, wenn zuviel Laktat produziert wurde und dieses sich in den Muskeln sammelt. Dies ist dann der Fall, wenn bei intensiver Belastung Kohlenhydrate und Fette unvollständig verbrannt werden. Diese Stoffe werden vom Körper für die Energiegewinnung benötigt. Der Körper gewinnt Energie mit der Zufuhr von Sauerstoff (aerobe) und ohne Sauerstoff (anaerobe). Sobald das Verhältnis zwischen Laktatproduktion und Laktatabau nicht mehr ausgeglichen ist, übersäuert er. Dieses Verhältnis wird als anaerobe Schwelle bezeichnet.

Durch die Übersäuerung der Muskeln, werden diese vor frühzeitiger Übermüdung geschützt, wie der dänische Wissenschaftler Thomas H. Peterson mit seinem Team im Fachmagazin Science (Bd. 305, S. 1144) berichtete. Des Weiteren verlieren die Muskeln an Kraft, bleiben aber vollständig kontraktionsfähig. Zudem fanden die Forscher der Universität im dänischen Aarhus heraus, dass die Muskeln leicht erregbar bleiben.

Das Muskelkater eine Folge der Übersäuerung sein soll, wurde widerlegt. Ursache hierfür sind winzige Risse in den Muskelfasern so genannte Mikortraumatra. Durch diese Verletzungen kann Wasser in die Fasern dringen, was zu einer Anschwellung und Dehnung der Muskelfaser führt. Dies führt zu den Muskelkaterschmerzen.