Botanik des Ackerschachtelhalm

von Sibylle Sauter

Namen

Stammpflanze: Equisetum arvense L. [Fam. Equisetaceae/Schachtelhalmgewächse]; Ackerschachtelhalm; Synonyme: Allosites arvense BRONGN., Equisetum boreale (L.) BÖRNER. / Bandwisch, Katzenschwanz, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schachtelhalm, Schafheu, Schafstroh, Scheuergras, Zinngras.

EQUISETUM ARVENSE L. Schachtelhalmgewächse, EQUISETACEAE.

Volksnamen: Fegekraut, Katzenschwanz, Pferdeschwanz, Schaftelen, Scheuergras, Zinnkraut.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das Kraut vom Ackerschachtelhalm.

Drogenbezeichnung: Schachtelhalmkraut = EQUISETI HERBA (früher: HERBA EQUISETI).

Botanik

Im zeitigen Frühjahr treiben der Ackerschachtelhalm aus einem Wurzelstock, der verzeweigt waagrecht im Boden liegt, braune Sporentriebe mit endständiger Sporenähre an die Oberfläche. Einige Wochen später werden die unfruchtbaren grünen Triebe ausgebildet. Sie bestehen aus einem Stengel, der 20 bis 30 cm hoch werden kann und in Quirlen angeordnete Seitenäste trägt.

Diese grünen Triebe sind die Droge Equiseti herba. Andere – giftige – Schachtelhalmarten unterscheiden sich vom Ackerschachtelhalm durch fruchtbare grüne Triebe, die enständig die Sporenöhre tragen. Bis zum Frühsommer sind diese Sporenähren meist erkennbar.

Ackerschachtelhalm darf nur bei genauer Kenntnis auch der giftigen Schachtelhalmarten selbst gesammelt werden (Bestimmungsbuch zu Rate zeihen).

Der Ackerschachtelhalm ist auf Ackerland als lästiges Unkraut weit verbreitet. Aber auch Wiesenränder, Ödland, Grabenränder und Böschungen besiedelt er gern, wenn nur der Boden feucht und lehmig ist.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe)

Der Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense), auch Zinnkraut, Acker-Zinnkraut, Katzenwedel, Schaftheu, Pfannebutzer oder Scheuerkraut genannt, ist eine mehrjährige Pflanze aus der Abteilung der Schachtelhalme (Equisetophyta). Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Ackerschachtelhalms sind Kieselsäure (bis zu 10%), Kaliumsalze, Flavonoide und Saponiene.

Beschreibung

Die Pflanze wird überirdisch 10 bis 50 cm hoch und treibt zähe Wurzeln weit verzweigend unter der Erdoberfläche tief in den Boden. Sie blüht nicht, sondern vermehrt sich durch Bildung von Sporen. Im Frühling bildet sie hellbraune bis rötliche Sporentriebe, die einem Pferdeschweif nicht unähnlich sehen, daher der lateinische Name der Pflanze. Einige Wochen später wachsen daraus unfruchtbare grüne Sommertriebe, deren Gestalt an kleine Nadelbäume erinnert. Die Blütezeit ist also von Mai bis Juni.

Ausdauernde Pflanze, die ein bis in 2 m Tiefe reichendes Wurzelsystem aufweist und deren oberirdische Teile zum Ende der Vegetationsperiode absterben. Mit fertilen und sterilen Sprossen, die nie gleichzeitig erscheinen und sich erheblich voneinander unterscheiden.

Fertile Sprosse unverzweigt, hellbraun bis rötlich, mit charakteristischen bräunlichen, zapfenförmigen Sporophyllständen, in denen die schildförmigen Sporophylle quirlförmig angeordnet sind. Blattscheiden bis 2 cm lang, etwas aufgeblasen und glockenförmig.

Die sterilen Sprosse sind grün, innen hohl, außen etwas rau und mit durchschnittlich 9 bis 13 erhabenen Längsrippen. Sie setzen sich zusammen aus ca. 2 bis 6 cm langen, durch Knoten getrennten Abschnitten, die von trockenhäutigen Blattscheiden umhüllt werden. Das unterste Internodium jedes Seitenzweiges ist länger als die zugehörige Blattscheide am Hauptspross. Die Seitenzweige sind etwa 1 mm dick, markhaltig meist vierkantig geflügelt.

Verbreitung

Beheimatet ist der Ackerschachtelhalm auf der gesamten Nordhalbkugel. Auf Ackerland ist er als lästiges Unkraut weit verbreitet. Aber auch Wiesenränder, Ödland, Grabenränder und Böschungen besiedelt er gern, wenn nur der Boden feucht und lehmig ist.

Literatur

  • Pahlow, M. (1999), Das große Buch der Heilpflanzen : Gesund durch die Heilkräfte der Natur, ISBN 3-8289-1839-5, Augsburg: Bechtermünz
  • Schöpke, T. (2000), Equiseti herba - Schachtelhalmkraut DAB 1999, in: Kleines Arzneipflanzenlexikon – Register, von Priv.-Doz. Dr. Thomas Schöpke, Institut für Pharmazie, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Stand: 25. April 2000,  http://pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de/systematik/6_droge/equise-h.htm (abgerufen am 25.01.2007)

Bildnachweis

  • Christian Hatzl - stock.adobe.com

Das könnte Sie auch interessieren