Proteine (Eiweiß)

 

von Sibylle Sauter

Teil 1.

Proteine zählen neben Fetten und Kohlenhydraten zu den Energie liefernden Hauptnährstoffen. Sie sind elementare Bausteine aller Körperzellen und steuern darüber hinaus als Enzyme und Hormone alle biochemischen Prozesse im Körper. Proteine sind aus Aminosäuren zusammengesetzt. Da unser Organismus Aminosäuren nur in geringen Mengen speichern kann und unser Eiweißbestand ständigen Ab-, Auf- und Umbauprozessen unterliegt, sind wir täglich auf eine hochwertige Proteinversorgung angewiesen. Proteinreich sind v.a. die tierischen Lebensmittel wie Fleisch, Fisch , Eier und Milchprodukte, aber auch pflanzliche Produkte wie Hülsenfrüchte (Soja), Kartoffeln und Getreide liefern nennenswerte Proteinmengen. In der Sporternährung wird für Sportarten mit gesteigertem Proteinbedarf (z.B. bei Kraftsportarten, Bodybuilding oder auch bei Reduktionsdiäten) die Einnahme von Proteinkonzentraten empfohlen, da proteinreiche tierische Lebensmittel gleichzeitig unerwünschte Stoffe wie Fett, Cholesterin und Purine mitliefern.

 

Die Funktionen von Proteinen ist vielfältig (1, S.10). Proteine sind:
- Baustoffe für: 
--> Zellen und Gewebe (z.B. Muskelfasern, Organe, Blut)
--> Enzyme und Hormone (Regulation des Stoffwechsels, Verdauung) 
--> Antikörper (Immunität)
--> Gerinnungsfaktoren (Blutgerinnung)
- Transportsubstanzen für Nährstoffe (z.B. fettlösliche Vitamine, Eisen)
- Energielieferant (17 kJ pro g Protein)

Da die Körperzellen ständig erneuert werden, sind sie auf eine regelmäßige Zufuhr von Protein angewiesen. Dabei kommt es nicht nur auf die Menge, sondern auf die Qualität des Proteins an. Proteine bestehen aus mehreren Bausteinen, den Aminosäuren. Es sind ca.20 verschiedene Aminosäuren bekannt, die sich in unterschiedlicher Reihenfolge und Anzahl miteinander verknüpfen und so eine Vielzahl von pflanzlichen und tierischen Proteinen bilden. Die Funktion eines Eiweißes wird durch seine Aminosäurensequenz und räumliche Struktur bestimmt. Jede Eiweißart besitzt dadurch ganz spezifische und charakteristische Eigenschaften. Unter den Aminosäuren sind einige, die der Körper braucht, aber nicht selbst herstellen kann. Diese unentbehrlichen (früher: essenziellen) Aminosäuren muss er täglich mit der Nahrung aufnehmen. Von den unentbehrlichen (früher: nicht-essenziellen) Aminosäuren benötigt der Organismus aber auch ausreichende Mengen, um körpereigenes Protein aufbauen zu können. Manche Aminosäuren sind auch nur für den wachsenden Organismus oder bei Stoffwechselstörungen essenziell. Man bezeichnet sie deshalb als semi-essenziell (z.B. Histidin ist für Säuglinge essenziell).

 

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