Schwelle, anerob

von Reiner Semmel

Beim Begriff anaerobe Schwelle handelt es sich um einen Fachbegriff aus der Sportmedizin. Der Begriff hat einen hohen Stellenwert seit den siebziger Jahren in der Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. Denn hierbei handelt es sich um die höchstmögliche Belastungsintensität, bei der ein Gleichgewichtszustand zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffaufnahme herrscht. Dieser Wert wird über die Lactatleistungskurve ermittelt.

Der Wert der anaeroben Schwelle wird nach Adolf Mader seit 1976 bei vier Millimol pro Liter Lactat (mmol/l) fixiert. mmol gibt die im Blut gebildete Lakatmenge an und ist hierfür die internationale Maßeinheit. Heute wird üblicherweise der Wert, der nach dem Freiburger Modell errechnete Wert für die individuelle anaerobe Schwelle (iANS oder IAS) verwendet. Da dieser zwei Vorteile bietet. Der erste lässt eine zuverlässigere Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit zu und der zweite dient zur Steuerung der Intensität des Trainings.

Langstreckensportler sollten unterhalb der anaeroben Schwelle bleiben, damit die vorhandene Fähigkeit zum schnellen Laktatabbau erhalten bleibt. So kann eine sehr lange Ausdauerleistung gewährleistet werden.