Herzfrequenzvariabilität

von Reiner Semmel

Unter der Herzfrequenzvariabilität wird die Fähigkeit des Herzens verstanden, sich den zeitlichen Abständen von einem Herzschlag zum nächsten anzupassen. Diese Veränderungen der Abfolge des Herzschlages können durch innere und äußere Einflüsse ausgelöst werden. Sie wirken sich direkt auf die Herzabschlagabfolge aus.

Die Herzfrequenzvariabilität wird im klinisch-kardiologischen Bereich und der Sportmedizin eingesetzt. Sie wird 30 Minuten durch mehrere Elektroden, die auf der Haut angebracht sind, gemessen. Die so gewonnenen Daten lassen Rückschlüsse auf Art und Schwere bestimmter Erkrankungen wie Bluthochdruck und septischem Schock zu. 

Sportler, die ihre Herzfrequenzvariabilität regelmäßig gemessen haben, können ihre Trainingseinheiten besser optimieren. Sie können nämlich eine Überforderung rechtzeitig erkennen und vermeiden. Weitere Anwendungsfelder sind Biofeedback des Entspannungszustandes (RLX-Wert), Kontrolle der Belastbarkeit und des Gesundheitszustandes, Steuerung des Trainingsprozesses, Bestimmung individueller Trainingszonen und Beurteilung von positiven und negativen Trainingsformen auf Wohlbefinden und Gesundheit.

Menschen, die einen Herzinfarkt überlebt haben, besitzen eine reduzierte Herzfrequenzvariabilität. Diese ist bei Menschen, die erst kürzlich eine Bypass-Operation hatten noch weniger.