
von Reiner Semmel
Carnitin wurde früher als Vitamin T bezeichnet. Allerdings ist der Stoff nicht den Vitaminen zuzuordnen und spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel. Carnitin wird einerseits zu etwa 15 Milligramm pro Tag in Gehirn, Leber und Niere hergestellt und anderseits mit der Nahrung aufgenommen. Es werden etwa zwischen zehn und 70 Milligramm pro Tag mit der Nahrung aufgenommen. Vor allem ist rotes Fleisch wie Schaffleisch und Lammfleisch besonders Carnitinreich. Im Gegensatz dazu werden bei Mischkost durchschnittlich 30 Milligramm pro Tag aufgenommen.
In der Skelettmuskulatur und Herzmuskulatur befinden sich 98 Prozent der Carnitinreserven. Die restlichen zwei Prozent von circa 20 bis 25 Gramm des Gesamtcarnitinsgehalt im Körper verteilen sich auf Leber und Niere.
Aufgrund mangelnder Kenntnisse von Ernährungsberatern und Fitnesstrainern werden Carnitinpräparate für die Gewichtsreduktion empfohlen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass es bei gesunden Menschen weder einen Carnitinmangel noch einen Carnitinverbrauch gibt. Auch gibt es keine Carnitinverluste. Leistungssportlern steht dadurch immer genügend Carnitin in den Muskelzellen zur Verfügung.